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Expedition Wissen 2005: Carving – Kurvenrausch in Sölden

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Berge, Schnee und kurze Bretter -für viele Skifahrer bedeutet Carving die größte Lust auf Erden. Für die Benutzers meist unbekannt sind die historische Entwicklung des Skilaufs und dieaufwändigen Produktionsverfahren, die den ultimativen Pistenfun unserer Tage erst ermöglichen. Eine „ZEIT-REISE“-Gruppe erlebt in Sölden, vor der grandiosen Kulisse der Ötztaler Gletscherwelt, eine neue Form des Skitourismus, erhält Einblicke und sammelt Erfahrungen rund um den weißen Sport.

Ich berichte mit meinem Filmteam von neuen Pisten-und Eventkonzepten und bin dem Erfolgsrezept des Carvers bis in die Entwicklungslabore der Skihersteller auf der Spur.

Innovation in Kurvenlage

Der wohl bedeutendste Wegbereiter des Carvens ist Walter Kuchler. Er hat jene neue Technik mitentwickelt, die heute Millionen Skifahrern größten Spaß am Skilauf vermittelt und Anfängern den Einstieg erleichtert. Die Auswahl der richtigen Skier entscheidet über das Erfolgserlebnis beim Carven. Mit der Fahrtechnik hat sich auch die Skitechnik verändert – Skier, das sind heute Hightech-Sportgeräte. Ein moderner Ski entsteht zuerst am Computer.

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Die derzeit wichtigste Neuerung ist die Seitenform des Carving-Skis. Sie ist für die Kurvenlage von entscheidender Bedeutung. In diesem Jahr hat sogar die Nanotechnologie Einzug bei der Fabrikation gehalten. Werkstoffe, die auf der Ebene der Moleküle in ihrer Struktur verändert wurden, sollen dem Ski im Interesse von Fahrspaß und Gesundheit bessere Eigenschaften verleihen.

Pole-Position im Skitourismus

Für Entwicklung im Skisport stehen aber auch die Veränderungen der Landschaft, der Orte und der Lebensbedingungen für ihre Bewohner. Das einst beschauliche Bergdorf Sölden hat sich durch den Ski-Tourismus enorm gewandelt. Mit seinen 3.000 Einwohnern hat Sölden im alpinen Wettrennen die Pole-Position vom Ski-Dorado Ischgl übernommen und bietet seinen Gästen neben 15.000 Betten alles, was die Spaßgesellschaft zu bieten hat. Aber die Grenzen des Wachstums sind erreicht. In den gesamten Alpen gibt es über 14.000 Seilbahnen und 40.000 Abfahrtspisten. Der Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen Skigebieten wird immer härter, der wirtschaftliche Druck in den Bergdörfern durch Überkapazitäten immer stärker.

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Eine Entwicklung, der der Skiort mit neuen Konzepten offensiv entgegentreten will: Die Söldener setzen auf Inszenierung. Mit mehreren sogenannten „Eventplattformen“ auf 3.300 Metern Höhe präsentieren sie ihre Berge „multioptional“: Perfekt präparierte Pisten plus einmalige Landschaft plus luftige Buffets. Brilliante Aussichten, um ein zahlungskräftiges Klientel anzusprechen und den negativen Seiten des Massentourismus entgegenzuwirken.


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