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Schwarze unter dem Hakenkreuz

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Email in der ich gefragt wurde, ob ich nicht noch ein paar Infos über Schwarze im III. Reich hätte. Neben den verschiedenen Interviews, die ich im Laufe der Jahre mit schwarzen Überlebenden des Nazi-Regimes gemacht hatte, fiel mir nach längerem Überlegen das Stalag-III-A in Luckenwalde bei Berlin ein. Im Januar 2001 bin ich Rahmen meiner Recherche für einen Dokumentarfilm über „Afrodeutsche“ auch nach Luckenwalde gefahren.

Beim kramen in meinen Unterlagen, habe ich noch ein paar interessante Photos gefunden. Denn im Kriegsgefangenenlager Luckenwalde wurden im zweiten Weltkrieg neben italienischen, britischen, amerikanischen, russischen und französischen Soldaten auch ca. 300 französische Kolonialsoldaten gefangengehalten.

4.000-5.000 Soldaten sind in Luckenwalde ums Leben gekommen. Fast alle im Winter 1941/42. Während alle anderen Gefangenen arbeiten mußten, soll es den Afrikanern verboten gewesen sein zu arbeiten (Roman Schmidt – Heimatmusem Luckenwalde).

Ab spätestens 1941 wurden die afrikanischen Gefangenen bei der Ufa als „Neger“ (Statisten) eingesetzt, so u.a. im Frilm „Germanim“ mit Louis Trencker in der Hauptrolle. Auch Lois Brody spielt in diesem Fim mit – Er war damals schon der Ehemann von Erika Diek und ist der Vater von Beryll Adomako, einer guten Freundin von mir. Die Afrikaner und viele Afrodeutsche spielten auch im ersten UFA-Farbfilm „Münchhausen“ mit Hans Albers oder solchen Machwerken wie „Quacks in Afrika“ mit Heinz Rühmann. Diese Story kam auch mal in einem Film von mir vor den ich noch zu einem ZEIT-Artikel verwerten konnte. Hier ein Link zu mehreren Photos von afrikanischen Gefangenen der Nazis.

Die Luckenwalder Bürger sind oft zum „Negergucken“ an den Lagerzaun des Stalag-III-A gekommen. Die Geschichten von den „Negern“ erzählt man sich noch heute in der Kleinstadt.

Nach 1941 sollen alle afrikanischen Soldaten zunächst in Luckenwalde gesammelt worden sein, um anschließend zu medizinischen Zwecken mißbraucht zu werden. Doch Beweise dafür gibt es noch keine. Wohin sie verbracht worden sind und was genau mit ihnen geschah ist bis heute unbekannt.

Im Heimatmuseum Luckenwalde gibt es noch wesentlich mehr Foto-Negative. Die Fotografien sind kostenlos, wenn das Heimatmuseum als Rechteinhaber genannt wird.

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