Lutz Otte, ehem. externer Mitarbeiter bei Julius Bär in Zürich

Der große Steuerbetrug – Die Erlebnisse des Whistleblowers Lutz Otte

Lutz Otte, ehem. externer Mitarbeiter bei Julius Bär in Zürich
Lutz Otte, ehem. externer Mitarbeiter bei Julius Bär in Zürich

 

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Sendung am Mo, 29.06.15 | 22:45 Uhr: Hier geht´s zum Film:

Der Mann war ein kleines Rad in einem großen Getriebe – und hat alles mächtig durcheinander gewirbelt. IT-Techniker Lutz Otte arbeitete im Rechenzentrum einer Schweizer Bank. Dort bemerkte er, dass zahlreiche Steuersünder aus Deutschland unter den Bankkunden waren. Die Daten, die Otte in den Händen hielt, warfen ein grelles Licht auf das „Geschäftsmodell Schweiz“. Im Alpenland werden bis heute geschätzt eine Billion Schweizer Franken verwaltet, darunter sehr viel schmutziges, unversteuertes Geld.

Otte fädelte über einen Mittelsmann einen Deal mit einem deutschen Finanzamt ein: Ein Datensatz von 2.700 Konten im Milliardenwert – gegen eine stattliche Summe Bargeld. Ein Geschäft, das in Deutschland später sehr kontrovers diskutiert werden sollte. Aber ein Geschäft, das sich für den deutschen Fiskus gelohnt hat.

Nicht aber für Lutz Otte, den Enthüller, den „Whistleblower“. Der deutsche IT-Techniker wurde in der Schweiz verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Für Otte ist die Geschichte bis heute noch nicht zu Ende. Er weiß zu viel, auch über die neuen Tricks der Schweizer Banken. Der neuen Politik einer „sauberen Schweiz“ ohne Steuerflucht und Geldwäsche misstraut er zutiefst. Das Thema Steuerbetrug ist zu seinem Lebensthema geworden. Aus dem Verräter wurde ein Warner.

In der Dokumentation von John Kantara gibt der Whistleblower Lutz Otte erstmals im Fernsehen offen Auskunft über seine Geschichte – und über die dunklen Geschäfte einer verschwiegenen Branche. John Kantara ist mit Lutz Otte an verschiedene Schauplätze gereist, in die Schweiz, nach Deutschland und nach Luxemburg. Und er hat neben anderen auch den früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und den heutigen Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans, zum umstrittenen Datenhandel interviewt.

2 comments on “Der große Steuerbetrug – Die Erlebnisse des Whistleblowers Lutz OtteAdd yours →

  1. Da haben Sie einen schönen Bericht hingestellt – offensichtlich hat Lutz Otte auch Sie beschwatzt. Als solchen habe ich ihn in seiner Zeit bei der Baer auch kennengelernt – kann alles weiss alles und spricht gerne darüber. Wir alle hier arbeiten mit sensiblen Daten – wie die Arzthelferin, der Polizist und der Rechtsanwalt. Bloss haben wir alle ein höheres Pflichtbewusstsein als der gute Lutz und gehen mit den Daten die uns anvertraut sind nicht hausieren. Auch als Externer ist er nicht nur einfach eine Art Hausmeister. Selbst diese gehen nicht in die Wohnungen von den Menschen, deren Wohnungen er betreut. Hier hatte er ein 3 seitiges Dokument unterzeichnet, was ihn zur Verschwiegenheit verpflichtet hatte.
    Was er ihnen wohlweisslich verschwiegen hat – oder Sie ‚vergessen‘ haben zu berichten sind die Steuerschulden, die der Herr Otte in Deutschland hatte – mit denen er bei uns immer geprahlt hat. Das war dann letztendlich wohl der Auslöser für seine kriminellen Machenschaften.
    Offensichtlich mussten Sie dann der Sache noch einen kleinen James Bond Touch beifügen in dem Sie den Herrn Otte in einem dunklen Serverraum zeigten. Er hat mit Sicherheit das Rechenzentrum der Bear nie von innen gesehen geschweige dort seine Listen gezogen. Das hat er an seinem Arbeitsplatz gemacht.
    Erschrecken fand ich dann das Finish, das solche Schwätzer immer noch Erfolg mit ihrer Methode haben – was muss da für ein KnowHow in einem Gremium vorherrschen, wenn so einer wie der Herr Otte als Berater zugezogen wird.
    Seriöser investigativer Journalismus sieht deutlich anders aus. Und ich schreib Ihnen das als Deutscher, nicht als Schweizer.

  2. Danke für diesen Kommentar! Als Ehefrau eines ehemaligen (deutschen) IT- Mitarbeiters der Bank Julius Baer kann ich Ihrer Beschreibung über Herrn Otte absolut zustimmen! Wie dreist muß man sein, um erst selber Steuerschulden in Millionenhöhe zu machen und auch noch damit zu prahlen. Dann diese Schulden mit Spionage und Denunziation von ebensolchen Steuerschuldnern, zu begleichen, auch daraus noch ein lukratives Geschäft zu machen und sich letztendlich dafür als Held feiern zu lassen. Mehr kriminelle Energie geht wohl nicht mehr!
    Daß Herr Otte uns hier als Opfer vorgesetzt wird, setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf.
    Mit Zivil- Courage hat seine Geschichte ganz sicher nichts zu tun.
    Einen IT- Job, mit dem man sich übrigens schwerlich Golf Reisen nach Dubai leisten kann, (auch damit hat er geprahlt) braucht Herr Otte sicherlich nicht mehr.

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