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Energiespender Mensch – Das Kraftwerk in uns

Erstausstrahlung, ZDF / 3sat am 9. Mai 2011, um 21:15h – produziert von ECO Media TV, Stephan Lamby
Ein Film von John A. Kantara

Jeder Mensch verströmt Energie – und die kann man nutzen!

Etwa 100 Kilowattstunden an Wärme- und Bewegungsenergie erzeugt ein aktiver Mensch im Jahr. Energie, die bislang ungenutzt verpufft. Das soll sich ändern: Der Mensch gerät immer stärker ins Blickfeld der Forscher – als neuartige Energiequelle. Wissenschaftler haben die Vision, menschliche Wärme und Bewegung in Strom umzuwandeln. Das Energiepotential von Tausenden Menschen in Bewegung ist gigantisch. Ließe es sich nutzen, so die Forscher, könnten öffentliche Gebäude, sogar ganze Städte in Teilen durch „Menschenenergie“ gedeckt werden.

Im Hauptbahnhof von Stockholm etwa strömen täglich 250.000 Menschen durch die Bahnhofshallen. Die Schweden haben nun eine Lösung gefunden, die vom Menschenstrom produzierte Wärme zu nutzen. Über die Klimaanlage im Gebäude wird die Wärme quasi abgezapft und in das Heizsystem eines benachbarten Bürogebäudes eingespeist. Die Menschenwärme deckt nun schon 20 Prozent des dortigen Energiebedarfs.

Bertrand Nogarede von der Technischen Universität ENSEEHIT in Toulouse arbeitet derzeit an einem futuristischen Energieprojekt. Auch er will die Bewegungsenergie von tausenden Menschen nutzbar machen – und ganze Fußgängerzonen beleuchten. Er will flexible Fußbodenplatten mit Bewegungssensoren verbauen. Die Bewegungen der Menschen versetzen die Platten in Schwingung, die wiederum in Energie umgewandelt werden.

Eberhard Holtmeier von den Bottroper Klärwerken versucht den Menschen auf eine völlig andere Art anzuzapfen. Sein Projekt mutet auf den ersten Blick skurril an: In den Bottroper Kläranlagen fließt das Abwasser mitsamt Fäkalien von über 1,5 Mio. Menschen aus der Region zusammen. Menschlicher Bioabfall, der Unmengen an Energie bereit hält. Die Aufbereitung des Abwassers ist ein Energie- und Kostenfresser. Doch das moderne Klärwerk produziert soviel Energie aus den Abfällen, dass mittlerweile 75 Prozent des Strombedarfs selbst hergestellt werden kann. Der Clou: In einem Pilotprojekt produziert die Kläranlage sogar aus Klärschlämmen und Faulgasen auch Wasserstoff, und versorgt damit Brennstoffzellenbusse des Nahverkehrverbunds mit Treibstoff. Die Kläranlage wird so zur Tankstelle.

Aber auch im kleinen Maßstab ist menschliche Energie ein gefragtes Gut. Auf dem hitec Campus im holländischen Eindhoven erforschen Wissenschaftler, wie man die Wärmeenergie des menschlichen Körpers – etwa am Hals oder Kopf – in Elektrizität umwandelt. Dass so tatsächlich Energie gewonnen werden kann, zeigen die Anwendungsbeispiele der Forscher. Durch den Temperaturunterschied zwischen Haut und Umwelt entsteht eine winzige Spannung. Mit Hilfe von elektronischen Wandlern sind Funkschalter entwickelt worden, die durch diese Körperenergie angetrieben werden. Diese Funkschalter können schon heute wichtige medizinische Daten am Körper sammeln und diese dann direkt an einen Rechner senden.

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